Sigiriya
ist so etwas wie ein
exotischer ausrutscher in der Singhalesischen Geschichte,ein
Bubenstück,das geradezu zur Legendenbildung anregt.So,wie der
klotzige Gneisfelsenhimmelhoch aus dem flachen Buschland wächst,muss
er dem schlechten Gewissen des königlichen Schurken Kassapa,der der
welt mit seinem Felsenfort die eindrucksvollste Einzelanlage der
Insel hinterliess,wahrlich als ideale Festung/Fluchburg erschienen
sein.Ursächlich für die ganze Story mit dem Felsen war ein Familien
drama in Anuradhapura.Es spielt im 5.Jahrhundert von König Dhatusena
(460-478),einem der grossen Tankbauer in der singhalesischen
Geschichte.Dhatusena hatte zwei Söhne:einen legitimen namens
Moggallana und einen zweiten,Kassapa,Folge eines Seitensprungs mit
einer Mätresse.Zimperlich kann Dhatusena nicht gewesen sein,denn er
liess eines Tages seine eigene Schwester verbrennen,weil deren Sohn
die Tochter des Königs misshandelt hatte.Der auf Rache sinnend
Neffefand in dem >>zweitklassigen<< Sohn Kassapaeinen idealen
Komplizen.Die beiden nahmen den König gefangen und liessen ihn
lebend inmauern.Thronfolger Moggallan nahm verständlicherweise
Reissaus und floh nach Indien.Kassapa übernahm die Macht und 18
Jahre:von 478 bis 496.
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Die
Rückkehr des Bruders fürchtend,begann er alsbald mit dem ausbau des
200m hohlen,rötlich schimmernden Monolithen zu einer Festung.Der
Name des Felsens setzt sich aus den wörtern Giri (Fels oder Maul)
und Sinha (Löwe) zusammen.Man mag nun streiten,ob es schlict der
Löwenfelsen ist oder ob das noch teilweise erhaltene Vorderteil
eines Löwen,durch dessen Rachen man das Felsplateau erklomm,dem Ort
seinen Namen gab.
Nach sieben Jahren Bauzeit konnte
Kassapa den Palast auf dem Felsen beziehen,von dem
Grundmauern,Felsenthron und wasserrservoire noch sichtbar sind.Am
beeindruckendsten ist aber doch der weite Blick vom Plateau,der nach
Norden über die Buschlandschaft geht und nach Süden an das aus dem
Dunst aufregende zentrale Bergland reicht.
Nach 18 Jahren erfolgte die
Invasion,Moggallana näherte sich mit einem indischen söldnerheer
Sigiriya.Kassapa,keiner weiss warum,verliess seinen Truppendem
Halbbruder entgegen.Noch bevor es beim heutigen Habarana zur
schlachtkam,flohen die Truppen Kassapas,der auf einem Elefanten
sitzend sich selbst die Kehle durchschnitt.
Moggallana verlegte die Residenz
wieder nach Anuradhapura,und sigiriya versank,ohne seinem
eigentlichen Zweck als Festung gedient zu haben,wieder im Abseits
der Geschichte.Ein Glück,möchte man heute sagen,denn so blieb die
Anlage-bleiben insbesondere ihre unvergleichlichen Fresken-vor
Zerstörung bewahrt.
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